Die Friese-, Mo- und Neon-Jury

Mo&Friese ist ein Wettbewerbsfestival. Deswegen vergeben drei Kinder- und Jugendjurys, gestaffelt in unterschiedlichen Alterskategorien, jeweils einen Preis für ihren Lieblingsfilm.
Der Friese-Preis wird von 7- bis 9-jährigen Juror*innen für die Programme ab 4 und 6 Jahren verliehen. Der Mo-Preis geht an einen Film aus den Programmen ab 9 Jahren gekürt von 10- bis 13-Jährigen. Für Filme ab 12 und ab 14 Jahren vergibt eine Jury von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren den Neon-Preis.

Friese-Wettbewerb

Preis

Nachtschwärmer
(Bats & Bugs)

Lena von Döhren
Schweiz 2026 (11’01 Min.)

Begründung der Friese-Jury:

Der Film Nachtschwärmer hat uns nicht nur durch seine liebevolle und humorvolle Handlung überzeugt, sondern auch beleuchtet, wie wichtig Insekten für eine vielfältige Umwelt sind. Motten, Glühwürmchen und eine Babyfledermaus verbinden im Flug Tag und Nacht und erzählen von Freundschaft, die weit über einen Mangobaum hinauswachsen.

Lobende Erwähnung

Zellenkumpel
(Cel Maatjes)

Arjen van der Plas, Hidde Alberts, Jurgen de Smit, Melle Windig, Miguel Reyes
Niederlande 2025 (5’12 Min.)

Begründung der Friese-Jury:

Im Film Cell Buddies konnten wir mitfiebern, wie eine neu entstandene Freundschaft zeigt, was man gemeinsam erreichen kann, wenn man füreinander da ist. Besonders überzeugt haben uns die Figuren, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden und freuen uns über weitere Abenteuer der Seekuh-Waschbär-Freundschaft.

Mo-Wettbewerb

Preis

Abracadabra

Amay Mehrishi
Indien, United Kingdom 2025 (19’42 Min.)

Begründung der Mo-Jury:

Der diesjährige Gewinnerfilm ist „Abracadabra“ von Amay Mehrishi. Dieser Film hat uns besonders gut gefallen, weil die Freundschaft zwischen den Kindern im Mittelpunkt steht. Spannend fanden wir auch, dass die Geschichte fast komplett in einem Bus spielt und ohne Zeitsprünge erzählt wird. Dadurch konnten wir die Handlung sehr gut verfolgen und uns gut in die Figuren hineinversetzen. Außerdem regt der Film zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig Freundschaft sein kann.

Lobende Erwähnung

Tutti
(Ni Chui Do Wo Chui Si)

Rong Zuo Zhuang
Taiwan 2026 (18’36 Min.)

Begründung der Mo-Jury:

Die lobende Erwähnung geht in diesem Jahr an „Tutti“ von Rong Zuo Zhuang. Uns hat besonders gefallen, wie der Film zeigt, dass Freundschaft bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen und zusammenzuhalten. Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte. Einige von uns spielen selbst ein Instrument und konnten sich deshalb gut mit den Figuren identifizieren. Der Film zeigt auf schöne Weise, wie man gemeinsam wachsen und Herausforderungen meistern kann.

Neon-Wettbewerb

Preis

Pippa et Léo

Abeille Tard
Kanada 2025 (18’57 Min.)

Begründung der Neon-Jury:

Gemeinsam mit der Hauptdarstellerin des Gewinnerfilms tauchen wir in die Welt einer jungen Mutter ein. Doch dies tun wir nicht in einer bewertenden Form, stattdessen nimmt uns die Regisseurin mit in die Welt einer jugendlichen, die einerseits ein ganz normales Leben führen will, aber gleichzeitig ihren Verpflichtungen als Mutter nachkommen muss, um ihr Kind zu behalten.
Besonders die sehr Darstellung der Mutter-Kind-Beziehung sticht aufgrund ihrer organischen Form besonders raus. Dabei wirken die Bilder meist nicht inszeniert, sondern fast dokumentarisch.
Die Nutzung des Tanzens zum Ausdruck der Gefühle der Hauptdarstellerin bringt diese Form der Erzählung noch einmal auf eine neue Ebene, die weit über eine Ebene herausgeht, die mit Worten möglich wäre.
Allein die Bildsprache Grund genug für eine Auszeichnung mit dem diesjährigen Neon-Preis, da allein die Bilder aussagekräftig genug sind, um die Geschichte zu erzählen. Doch in Kombination mit einfühlsamen Dialogen, stehts passender Musik und einem sehr angenehmen Sounddesign, wird der Film zu einem Kunstwerk der audiovisuellen Erzählung.
Die besondere Bildsprache und einfühlsame Erzählweise machen den Film unserer Meinung nach zu einem würdigen Gewinner des Neon-Preis 2026.

Lobende Erwähnung

Das ist meine Schwester
(C’est ma soeur)

Zoé Pelchat
Kanada 2026 (14’35 Min.)

Begründung der Neon-Jury:

Der von uns ausgewählte Film hat sich nicht nur konzeptuell und schauspielerisch hervorgehoben, sondern auch durch die Kunst, eine Geschichte zu erzählen, die von tiefgründigen, lebendigen Charakteren getragen wird.
Anstelle von Stereotypen scheut er sich nicht, problematische Themen zu behandeln und sticht besonders durch eine tiefe geschwisterliche Verbundenheit hervor, die weit über eine filmische Ebene hinausgeht.
Die gelungene Kinematographie und die Farbgestaltung nehmen einen mit in die Geschichte – wie an einem warmen Sommertag – und erlauben es dem Zuschauer, tiefer in diese Welt einzutauchen. Dabei ist die Bildsprache ausschlaggebend, die das Zusammenspiel organisch und natürlich wirken lässt.
Über diese nicht nur berührende, sondern auch ästhetische Ebene spricht der Film Zuschauer aller Altersgruppen an und vermittelt seine Botschaft auf eindrückliche Art und Weise.
Aufgrund dieser Gründe gratulieren wir dem Film „Das ist meine Schwester“ von Zoé Pelchat sehr herzlich zu der lobenden Erwähnung.

Die ECFA Jury

Zudem wählt eine dreiköpfige erwachsene Jury einen europäischen Film aus den Programmen ab 4, ab 6 und ab 9 Jahren für den ECFA-PREIS der European Children’s Film Association aus. Mit der Vergabe ist eine Nominierung für den »Besten Europäischen Film für Junges Publikum des Jahres« in der Kategorie Kurzfilm verbunden.

Feuer in meiner Tasche
(Lángbogár a zsebemben)

Janka Feiner
Ungarn 2026 (10’01 Min.)

Begründung der ECFA-Jury:

Zunächst möchten wir betonen, dass uns die Entscheidung sehr schwer gefallen ist, weil es im Wettbewerbsprogramm eine ganze Reihe sehr starker Filme gab.
Wir haben uns schließlich auf einen Film geeinigt, der uns unmittelbar in die Gedankenwelt eines Kindes führt – dorthin, wo Gefühle, die sich nicht in Worte fassen lassen, eine greifbare Form annehmen. Einer kleinen Ablenkung folgend, taucht der Protagonist in eine farbenfrohe, abenteuerliche und bildgewaltige Welt ein, begleitet von einer Flamme als imaginärem Freund. Dort erkundet er auch die dunkleren Ecken seiner Gedanken und Gefühle – und wir als Publikum erkunden sie gemeinsam mit ihm.
Visuell ist der Film ein Feuerwerk an Ideen, das 2D- und 3D-Animation, Stop-Motion, Puppenanimation und reale Elemente miteinander verbindet und so eine surreale Umgebung mit insektenartigen Flugwesen, wucherndem Schleim und in Zeitraffer rasend schnell wachsenden Pilzen schafft. Je tiefer der Junge in seine Vorstellungswelt eintaucht, desto lebendiger werden die Bilder – bis sie fast realer wirken als seine Alltagswelt.
Für das junge Publikum spiegelt und zelebriert der Film das eigene Innenleben – er würdigt imaginäre Freunde, grenzenloses Spiel und magische Welten; und ermutigt gleichzeitig dazu, Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Für Erwachsene gibt er einen bezaubernden Einblick in die kindliche Vorstellungskraft, und zeigt, wie wichtig es ist, Kindern die Freiheit und Sicherheit zu geben, ihren Tagträumen zu folgen.
Wir möchten diesen Film für seine kreative Originalität, seine technische Bandbreite und seine zeitlose Botschaft auszeichnen. Der ECFA Short Film Award geht an „Fire in my Pocket“ von Janka Feiner